So lesen Sie Messing-Kurzzeichen und Werkstoffnummern
Cu, Zn, Pb, As und CW: wie ein Messing-Kurzzeichen aufgebaut ist, was die Nummer sagt und wie alte Kurzbezeichnungen heute lauten.
Das Kurzzeichen: Elementsymbole und Gehalt
Ein Messing-Kurzzeichen ist eine Kette aus chemischen Symbolen. Sie beginnt mit Cu für Kupfer, das Grundmetall, und nennt dahinter die Legierungselemente. Steht hinter einem Symbol eine Zahl, gibt sie den mittleren Gehalt dieses Elements in Masseprozent an. Das Kupfer trägt keine Zahl, weil es den Rest ausmacht. Festgelegt ist dieses System in ISO 1190-1.
Am Beispiel CuZn39Pb3 gelesen: Cu steht für Kupfer, Zn39 für Zink mit einem mittleren Gehalt von 39 Prozent, Pb3 für Blei mit 3 Prozent. Ein Symbol ohne Zahl, wie As in CuZn38As, kennzeichnet einen Zusatz, dessen Gehalt im Kurzzeichen nicht beziffert wird.
Aus dem Kurzzeichen lässt sich die Familie ablesen. Nur Cu und Zn bedeuten ein Kupfer-Zink-Messing, ein Pb dahinter macht es zur bleihaltigen Sorte, ein As am Ende zur Sorte mit Arsen-Kennzeichen. Welche Anforderung eine Familie erfüllt, folgt daraus nicht; dafür ist die Werkstoffunterlage da.
Die Werkstoffnummer: C, W, Ziffern, Buchstabe
Die Werkstoffnummer nach DIN EN 1412 ist ein zweiter Name für dieselbe Sorte und besteht aus sechs Zeichen. In CW614N steht C für Kupfer, W für einen Knetwerkstoff, also Halbzeug wie Stangen, Bleche und Rohre im Gegensatz zum Guss. Die drei Ziffern sind eine laufende Nummer innerhalb des Systems; aus ihnen lässt sich die Zusammensetzung nicht ablesen. Der Buchstabe am Ende bezeichnet die Gruppe des Werkstoffs.
Welcher Buchstabe welche Gruppe meint, steht in der Norm. Diese Seite gibt keine Gruppentabelle wieder, denn eine unvollständige Abschrift wäre schlechter als der Blick in die Norm.
Warum zwei Namen für eine Sorte? Das Kurzzeichen zeigt auf einen Blick, was in der Legierung steckt. Die Nummer ist kurz und lässt sich in Stücklisten und Bestellsystemen eindeutig führen. Wer beide nennt, gibt dem Leser der Zeichnung eine Gegenprobe: Passen Kurzzeichen und Nummer nicht zusammen, ist eine der beiden Angaben falsch.
Altbezeichnungen: Ms 58 und Ms 63 in die heutige Schreibweise bringen
Ältere Zeichnungen nennen Messing oft mit Kurzbezeichnungen, die es als Norm nicht mehr gibt.
Wer eine ältere Zeichnung überarbeitet, trifft auf Bezeichnungen wie Ms 58 oder Ms 63. Sie stammen aus der inzwischen zurückgezogenen DIN 17660. Der Kurzzeichen-Finder ordnet Ms 58 der Sorte CuZn39Pb3 zu und Ms 63 der Sorte CuZn37. Die Zahl hinter Ms nannte früher ungefähr den Kupfergehalt in Prozent, Ms 58 war also ein Messing mit rund 58 Prozent Kupfer.
Die Zuordnung ist ein Vorschlag, kein Ersatz für die Werkstoffunterlage. Zwischen altem und neuem Namen können die Grenzen der Zusammensetzung abweichen, und die alte Zeichnung nennt meist weder Norm noch Zustand des Halbzeugs. Schreiben Sie in die überarbeitete Zeichnung das heutige Kurzzeichen samt Nummer und vermerken Sie die Altbezeichnung höchstens als Hinweis.
Beide Schreibweisen in die Zeichnung
Eine Zeile im Schriftfeld, vier Bestandteile.
Tragen Sie Kurzzeichen und Nummer in dieselbe Zeile ein, etwa CuZn39Pb3 (CW614N). Norm der Halbzeugform und Zustand sind eigene Angaben und gehören in eine eigene Zeile, nicht in Klammern hinter das Kurzzeichen. Das Muster mit leeren Feldern für Norm und Zustand liefert der Kurzzeichen-Finder, weil beides vom Halbzeug abhängt.
| Angabe im Schriftfeld | Was offen bleibt |
|---|---|
| Messing | die Sorte, damit auch Kurzzeichen, Nummer, Norm und Zustand |
| Ms 58 | die heutige Schreibweise; Norm und Zustand |
| CuZn39Pb3 | die Nummer als Gegenprobe; Norm und Zustand |
| CuZn39Pb3 (CW614N), Norm und Zustand in eigener Zeile | nichts, was die Werkstoffangabe betrifft |
Wie ein Widerspruch aussieht, zeigt ein Beispiel: Steht auf einer Zeichnung CuZn39Pb3 (CW508L), passen die beiden Angaben nicht zusammen, denn CW508L bezeichnet CuZn37. Welche Angabe gemeint war, lässt sich nur mit der Werkstoffunterlage klären. Wir fragen dann zurück, statt eine der beiden zu wählen; der Finder verfährt ebenso und zeigt in diesem Fall den Hinweis Widerspruch statt einer Zuordnung.
Quelle: ISO 1190-1 (Kurzzeichen), DIN EN 1412 (Werkstoffnummern), CEN/TS 13388 (Übersicht der Zusammensetzungen); Altbezeichnungen nach der zurückgezogenen DIN 17660.
Häufige Fragen
Cu steht für Kupfer, Zn für Zink mit etwa 39 Prozent, Pb für Blei mit etwa 3 Prozent. Die Zahlen geben den mittleren Gehalt in Masseprozent an; das Kupfer macht den Rest aus und trägt keine Zahl.
Sie ist die Nummer nach dem europäischen System für Kupferwerkstoffe und benennt dieselbe Sorte wie CuZn39Pb3. Nennen Sie in der Zeichnung beide Schreibweisen, damit ein Tippfehler in einer von beiden auffällt.
Ms 58 ist eine Altbezeichnung, die heute meist CuZn39Pb3 entspricht. Bestätigen Sie die Zuordnung mit Ihrer Werkstoffunterlage, bevor Sie sie in die Anfrage übernehmen; der Finder liefert den Vorschlag, nicht den Beleg.
Verfasst von der Evotec GmbH, Arnsberg · Stand 03.10.2026
Sorte bestimmt? Dann gehört die Zeichnung in Ihre Anfrage.
Fügen Sie Ihrer Anfrage die Unterlagen zum Teil bei, möglichst mit dem Finder-Ergebnis. Bei offenen Punkten melden wir uns, ehe etwas angeboten wird.